Wie fing alles an? Und wo geht es weiter?

Ende der 80er Jahre legte die Deutsche Bundesbahn viele ihrer regionalen Strecken still. Eine davon: Die Eisenbahnstrecke zwischen Friedrichsdorf und Grävenwiesbach. Der Hochtaunuskreis erkannte die Notwendigkeit, den „Heckenexpress“ - wie die heutige Taunusbahn im Volksmund hieß - am Leben zu erhalten.

Die Einwohner des Hochtaunuskreis, wo die Winter hart sind und nicht immer optimale Straßenverbindungen in die Zentren der Region Frankfurt Rhein-Main bestehen, sollten auch weiterhin, unabhängig von Jahreszeit und Straßenzustand, mobil sein können. Daher wurde 1988 der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) als Zweckverband gegründet.

Weitere Meilensteine aus der neueren Geschichte des VHT:

1895: Die Usinger Bahn wird als Verlängerung der bereits seit 1860 betriebenen Homburger Bahn (Frankfurt - Bad Homburg) eröffnet.

1909: Die Usinger Bahn fährt über Grävenwiesbach bis ins Lahntal.

1907: Der Bad Homburger Endbahnhof der Usinger Bahn und der Endbahnhof der Homburger Bahn wird zu einem Zentralbahnhof zusammengeführt. Durch diese Zusammenführung  werden durchgehende Züge zwischen Main und Lahn ermöglicht. Die Homburger Bahn wird über Friedrichsdorf nach Friedberg verlängert und später zweigleisig ausgebaut, wodurch der Anfang der Usinger Bahn nach Friedrichsdorf verschoben wird.

1912: Zwischen Grävenwiesbach und Albshausen wird mit der Solmsbachtalbahn die Lücke nach Norden geschlossen.

Bis Ende der 60er-Jahre: Die Taunusbahn fährt von Bad Homburg über Usingen nach Grävenwiesbach und mit weiterführenden Zügen bis Weilburg und Wetzlar.

1969: Die Weiltalbahn (Grävenwiesbach - Weilmünster - Weilburg) wird nicht mehr befahren.

1985: Der Personenverkehr wird zwischen Wetzlar und Grävenwiesbach eingestellt.

1988: Als die Bundesbahn auch der Reststrecke zwischen Grävenwiesbach und Friedrichsdorf abgegeben will, fasst der Hochtaunuskreis den Beschluss, den Zweckverband "Verkehrsverband Hochtaunus" (VHT) als Träger des Eisenbahnbetriebes ins Leben zu rufen.

1989: Der neugegründete VHT kauft der Strecke Friedrichsdorf - Grävenwiesbach. So wird der Hochtaunuskreis der erste Landkreis in Deutschland, der eine von der Bahn aufgegebene Strecke kauft, um diese in eigener Regie weiter zu betreiben. Bus- und Bahn werden besser aufeinander abgestimmt. Schülerverkehre werden integriert. Die Taunusbahnstrecke wird nach einer Bauzeit von lediglich 18 Monaten reaktiviert. Der VHT wird damit Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU). Der VHT trägt wesentlich dazu bei, dass werktags ein 30-60 Minuten-Takt (in den Pendlerspitzen ca. 15-Minutentakt) auf der Taunusbahn umgesetzt wird. Die Fahrzeit beträgt zwischen Grävenwiesbach und Frankfurt dauerhaft deutlich unter 60 Minuten. Die Verknüpfung mit der S-Bahn wird weiter verbessert.

1992: Durchgehende Fahrscheine des FVV können auf der Taunusbahn genutzt werden.

1993: Die FKE (später HLB Basis AG) übernimmt im Auftrag des VHT die Betriebsführung auf der Taunusbahn.

1995: In der Nachfolge des FVV wird 1995 der RMV gegründet (2010 = 15 Jahre RMV!). Die Taunusbahn trägt von nun ab die RMV-Bezeichnung R 15. Die Fahrgastzahlen steigen von ehemals gut 1000 Fahrgästen auf gut 10.000 pro Tag.

1999: VHT und VLD (Verkehrsverbund Lahn Dill) reaktivieren die Taunusbahn bis nach Brandoberndorf (Lahn-Dill-Kreis).

2006: Einsatz zusätzlicher, neuer Triebwagen vom Typ Alstom Coradia LINT 41.

2007: Verbesserte Fahrgastinformationen und Vertrieb auf den Taunusbahnsteigen.

2009: Nach der Ausschreibung der Busverkehre zum Fahrplanwechsel 2008/2009, stellt sich der VHT mit seinen Busverkehren neu auf. Mit dem n34 wird erstmals ein Nachtbus zwischen Usingen, Neu-Anspach und Bad Homburg eingerichtet.

2010: VHT, RMV, Hundstadt und Hochtaunuskreis feiern mit einem Dampfzug 600 Jahre Hundstadt, 175 Jahre Eisenbahn, 100 Jahre Bahnhof Hundstadt  und 15 Jahre Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Auch der hessische Rundfunk trägt mit dazu bei, dass es das besucherstärkste Fest in der Geschichte Hundstadts wird.

2011: Der VHT trägt als gastgebende lokale Nahverkehrsorganisation im RMV wesentlich mit zum ÖPNV-fokussierten Verkehrskonzept des Hessentages in Oberursel bei. Es wird mit 1,375 Mio. Besuchern ein neuer Rekord aufgestellt.
Der VHT erhält eine neue Internetseite mit interaktiver Kartographie zur einfachen Adress- und Verbindungsuche im Hochtaunuskreis.